Selbstausdruck

In meinem Leben habe ich immer wieder kleine und größere Dinge geschafft auf die ich eigentlich stolz bin, die ich aber nie wirklich öffentlich gezeigt habe, bzw. so klein wie möglich gehalten habe, und auch nicht so richtig mir selbst zugestanden habe, stolz darauf zu sein. Es war und ist sehr schwer für mich, mich wirklich zu zeigen. Ich habe zwar Teile von dem was ich geschaffen habe und auch einige Gedanken von mir in meinem bisherigen Blog http://wanderingtreechild.wordpress.com geteilt, aber hatte mich nie getraut, es mit meinem Namen zu verbinden. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich nicht bereit war, mich mit den Auswirkungen auseinander zu setzen, die dies mit sich bringen könnte. Würde ich meine Glaubwürdigkeit für meine bisherige Arbeit verlieren? Oder für zukünftige Aufgaben? Würde ich jemanden der mich kennt blamieren?

Es gibt einen TED talk von Brene Brown (Brene Brown über Verletzlichkeit), der in mir immer unterschiedliche Reaktionen hervorruft. Manchmal kommt ein Gefühl von Motivation, Inspiration und Mut, dass ich meine Unsicherheiten umarmen kann und daran wachsen und stärker werden kann. Manchmal ist da aber auch ein Gefühl von Leugnung. Das Gefühl, dass es doch noch einen anderen Weg geben muss, um diese Unsicherheiten und Ängste los zu werden. Mein Wunsch ist es, in den Situationen wo ich das Gefühl der Leugnung wahrnehme, zu mir zu stehen, und trotzdem Mut zu fassen, meinen nächsten Schritt zu gehen.

Für mich ist dieser Blog also ein Weg um mir zu helfen, meinen Mut zu finden, Schritt für Schritt meine Angst und Unsicherheiten zu sehen, zu umarmen, zu mögen, und sie als Teil von mir zu akzeptieren. Und vielleicht kann ich dich oder andere auch dazu inspirieren, das gleiche zu tun.

Inzwischen fühle ich mich relativ sicher, wenn ich über Ideen und Theorien schreibe, die jemand entwickelt hat, und die ich gut finde. Und auch das Entwickeln und Schreiben über eigene Ideen macht mir keine Angst mehr. Im Grunde ist es ja nur eine von vielen Ideen, die ich in meinem ganzen Leben habe. Ideen kommen und gehen so schnell, dass ich mich nicht wirklich persönlich damit identifiziere. Was mir am meisten Angst macht ist das Schreiben über Dinge, die ich (noch) nicht kann. Mir macht Angst, all die Teile zu zeigen, die mir peinlich sind, weil ich sie (noch) nicht so gut kann wie ich es mir wünschen würde.

Da ich schon ziemlich lange im Bereich der (IT) Sicherheit tätig bin, ist es eine sehr große Herausforderung für mich, nicht nur auf einer persönlichen aber auch auf einer beruflichen und philosophischen Ebene, neue Möglichkeiten darin zu sehen, Risiken einzugehen und Verletzbarkeit zuzulassen. Aber es ist eine Herausforderung, der ich mich stellen möchte.

Ich bin auch immer daran interessiert, über deine Gedanken zu lesen. Was sind die Dinge, die für dich eine Herausforderung darstellen? Was möchtest du nicht, das andere von dir sehen?